Herzlich Willkommen!


Hi.

 

Mein Name ist Jessi und ich bin Reitlehrerin. Nicht hauptberuflich, aber trotzdem mit ganzem Herzen. Das hat mir nicht die Berufsberatung empfohlen und geplant hatte ich es eigentlich auch nicht. Aber irgendwie kam es dazu, dass ich 2016 einfach anfing, auf den beiden Ponys Lucy und Katinka Reitunterricht für die Kinder aus dem Dorf zu geben.

 

Inzwischen rennen mir die Kinder die Bude ein, weil mein Konzept nicht schlecht zu sein scheint.

Ich bin der Meinung, dass jedes Kind und jedes Pony eine solide Grundausbildung verdienen. Und weil ich leider nicht alle Kinder dieser Welt unterrichten kann, möchte ich meine Arbeit öffentlich zugänglich machen.

Die Welt braucht mehr gute Reiter, die ganzheitlich, pferdefreundlich, fair und vielseitig ausgebildet werden;

 

dafür braucht es uns als Reitlehrer!

 

Auf meinem Blog möchte ich dir von meinen Erfahrungen und Erlebnissen als Reitlehrerin in der mecklenburgischen Provinz berichten. Ich will dir von meinen Fehlern erzählen, wie ich mit ihnen umging und was ich aus ihnen gelernt habe.

 

Meine Story

 

Ich habe über gefühlt drölftausend Umwege das Reiten der englisch-klassischen Reitweise erlernt. Ich musste mich durch Reitstunden schlagen, die alles andere als lehrreich waren.

 

"Setz dich mal drauf und gib ordentlich Hackengas!" war nur eines der vielen zer- und verstörenden Zitate, die mir unfähige Reitlehrer an den Kopf warfen. Die Anweisungen hatten keinen Sinn, die Pferde waren bockig und der Reitlehrer schrie herum. Ich gewöhnte mich an Blasen an den Händen und an Ponys, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Richtungswechsel und Gangschaltung hatten. Die elementaren Grundprinzipien verstand ich erst Jahre später als ich sie mir entweder selbst aneignete oder "richtige" Reitstunden mit eigenem Pferd buchte.

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass reiten lernen viel schneller und schonender für Pferd und Mensch funktioniert, wenn dem blutigen Reitanfänger das neue Wissen planmäßig und Schritt für Schritt näher gebracht wird.

 

Meine Idee

 

Ich hatte mich inzwischen selbst reiterlich voran gebracht, aber was war mit den ganzen Kindern in der Gegend, die reiten lernen wollten? Das Angebot an Reitschulen im Umkreis war rar oder schlecht. Die Reitlehrer, die fähig waren, waren bis oben hin ausgebucht. Die Alternativen bestanden aus Waldundwiesenreiterei, XXL-Gruppenausritten oder halbgaren Lösungen jenseits von Gut und Böse, bei denen zarte Fünfjährige ohne Reiterfahrung direkt in die Abteilung gesteckt wurden. Deshalb fing ich an, selbst Unterricht zu geben. Einer muss ja anfangen. 

 

Aber nur, weil man sich was vornimmt, heißt es ja noch lange nicht, dass es sofort klappt. So kam es, dass ich diesmal aus Perspektive des Reitlehrers erfuhr, wie es ist, nicht ausgeglichen zu sein, ohne Plan zu arbeiten, keine Lösung papart zu haben oder ein Kind nicht zu mögen. Ich boxte mich so ziemlich durch jede Situation, die man als Reitlehrer haben kann. Ich nörgelte, schrie Kinder an, bestrafte Ponys für Dinge, die sie nicht getan haben und zweifelte so manches Mal am Talent einiger Schüler. Nicht selten lag ich abends im Bett und grübelte darüber nach, ob man die Situation nicht fairer, ruhiger, pädagogischer - sprich, besser hätte lösen können. 

 

Dann geschah etwas Grundlegendes: 

 

Ich fing an, die Fehler nicht mehr bei den Schülern und Ponys zu suchen, sondern bei mir.

 

Als ich mit dieser Einstellung in den Unterricht ging, änderte sich alles. Die Ponys und Kinder konnten nichts dafür, wenn ich als Pädagoge verkackt hatte; Die Schuld und Verantwortung lag ganz allein bei mir; Ich musste verbessern! Ich musste nachhaken! Ich musste Wissenslücken schließen!

So kaute ich jeden Fehler zweimal durch und versuchte zu reflektieren, wo die Quellen lagen. Hatte ich vergessen etwas zu erklären, war ich zu voreilig mit den Übungen oder bemerkte ich die Steifheit der Schüler nicht? Schritt für Schritt wurde meine Arbeit zielgerichteter, strukturierter und reflektierter. Nebenbei entstand ein sehr gutes Konzept, wie man blutige Reitanfänger zu sattelfesten Reitern in allen drei Grundgangarten macht. Ich will dir hier auf diesem Blog davon berichten.


Meine Qualifikationen im Bereich Pädagogik

 

"Hilfe, die Frau hat ja gar keine Ahnung von Kindern und gibt einfach Reitunterricht!" - ein bisschen zu weit gefehlt. Ja, ich bin noch sehr jung, aber nicht unerfahren und schon gar nicht unqualifiziert.


2019 absolvierte ich mein Studium der Bildungswissenschaft an der Otto-von-Guericke-Universität zu Magdeburg. Ja, ich bin Reitlehrerin mit einem akademischen Abschluss im Bereich Pädagogik/Geisteswissenhaften!
Ich setze also keine kleinen Kinder auf bockige Ponys und hoffe, dass alles gut geht. Ich habe drei Jahre lang in die Tiefen pädagogischer Fachbücher geschaut und mir einen umfangreichen Wissensschatz auf den Gebieten des Wissensmanagements, der Gesundheitsförderung, der Sportpädagogik, der Sportpsychologie sowie in vielen anderen bildungswissenschaftlichen Bereichen angeeignet. Ich weiß wovon ich spreche, wenn von explizitem und implizitem Lernen die Rede ist, ich kann pädagogische Konzepte entwickeln, durchführen und evaulieren und weiß um die Individualität und Einzelfallbezogenheit jedes Einzelnen von uns. 


Neben den studienbezogenen Inhalten habe ich mich auf eigene Faust mit dem Fachgebiet der Kindheitspsychologie auseinandergesetzt. Ich bin großer Fan von Michael Winterhoff und versuche seine Ansätze so oft es mir möglich ist mit in meinem Unterricht zu integrieren. 


Seit Juni 2020 arbeite ich hauptberuflich als pädagogische Fachkraft in einer Hamburger Kita. Ich bin quasi Vollzeit-Pädagoge inklusive der Wochenenden, denn dort findet mein Kinderreitunterricht statt.


Meine Qualifikationen im Bereich Reitsport


Seit meinem achten Lebensjahr reite ich und eigene Pferde besitze ich seit ich 15 bin. 


Ich besitze das Reitabzeichen Klasse 5. Gewiefte Pferdekenner werden sich jetzt denken: Das ist ja nicht doll! 


Ist es auch nicht. Als Bildungswissenschaftlerin verfüge ich jedoch über eine differenzierte Sichtweise, was Zertifikate und Auszeichnungen betrifft. Sicherlich stehen Longierabzeichen, Reitabzeichen 4 und Trainerschein irgendwann auf dem Plan. So lange jedoch das Unterrichten ohne Schein zulässig ist, sehe ich mich nicht gezwungen, mein sauer verdientes Geld so schnell wie möglich in Scheine zu investieren, deren Inhalte bekannt sind und deren Ruf zunehmend schlechter wird.  


Wichtiger als nichtssagende Zertifikate und kostspielige Scheine ist meines Erachtens die Mentalität, mit der das Reitlehrerdasein angegangen wird. 

Als Bildungswissenschaftlerin liebe ich es, mich fortzubilden, neue Fahrwasser zu betreten, dazuzulernen und mit anderen in Austausch zu gelangen. Ich reite selbst regelmäßig im Reitunterricht. Wann immer ein Groschen abfällt, wird dieser in Reitstunden und Lehrgänge investiert, um eine bessere Reiterin und Trainerin zu werden. Ich begehe Fehler und liebe es, aus ihnen zu lernen. Selbstreflexion steht für mich vor jedem noch so hoch angepriesenem Schein.

Diese Eigenschaften haben mir in meiner bisherigen Reitlehrerlaufbahn einen stabilen Kundenstamm verschafft, der noch nicht einmal nach einem Trainerschein gefragt hat. 



Hier auf meiner Seite erfährst du, wie meine Reitstunden ablaufen, wie ich vorgehe, wenn etwas mal nicht so gut läuft und wie mein generelles Konzept aussieht, nach dem ich unterrichte.

 

Ich bin mir sicher, auch du kannst ein paar Hinweise aus meiner Arbeit mitnehmen, um dabei zu helfen, mehr gute Reiter aus den Stallgassen hervorzulocken.

 

Reiter, die wissend, pferdegerecht und reflektiert durchs Leben ziehen!


Vielleicht hast du auch ein paar Anregungen, Ideen, Tipps, Tricks, Kritik und Empfehlungen, wie wir gemeinsam die Pferdewelt durch guten Reitunterricht besser machen können. Lass es mich wissen!

 

Mach's besser!

Jessi